Was kann ich von der Steuer absetzen und was nicht?

Hilfe, die Steuererklärung kommt. Vermutlich hast du auch das Gefühl, dass die letzte Steuererklärung gerade erst vom Tisch ist und irgendwie auch längst noch nicht wiederkommen muss. Aber leider spielt einem das Steuerschicksal dann doch einen Streich. Ab dem ersten Januar warten nämlich die Finanzämter Deutschlands wieder darauf, dass ihre Verbraucher eine Steuererklärung einreichen. Und alle Jahre wieder fragen sich die Verbraucher, was sie eigentlich von der Steuer absetzen können, um die Nachzahlung zu vermindern oder sogar etwas wiederzubekommen. Damit beschäftigen wir uns heute schon einmal.

Hiermit kannst du Beträge von der Steuer absetzen, die sich lohnen:

Du kannst tatsächlich so einiges von der Steuer absetzen, um dir Ersparnisse zu holen und gegebenenfalls sogar eine Rückzahlung zu sichern. Das gehen wir nachfolgend der Reihe nach durch.

Altersvorsorge

Hast du in die gesetzliche oder private Rentenversicherung eingezahlt? Hast du in einen Riester- oder Rürup-Vertrag eingezahlt? Gibt es sonstige Altersvorsorgeaufwendungen, um die du dich gekümmert hast? Dann kannst du all das von der Steuer absetzen. Insgesamt gilt, dass die Aufwendungen 84% von insgesamt 23.362 Euro (also 19.624 Euro) nicht überschreiten dürfen. Wende dich gerne an deine(n) Versicherer und frage ihn oder sie, wie viel Geld du für die Altersvorsorge von der Steuer absetzen kannst. In der Regel bekommst du einen genauen Betrag genannt, den du nur noch in die Steuererklärung einfügen musst.

Versicherungen & Finanzen

Auch für etliche Versicherungen kannst du die Beiträge von der Steuer absetzen. Vor allem die Berufsunfähigkeitsversicherung lohnt sich, weil die Beiträge recht hoch sind und somit ein schönes Minus auf Seiten des Finanzamts bringen. Aber auch Versicherungen wie die Privathaftpflicht- oder Unfallversicherung lassen sich absetzen. Wende dich hier ebenfalls an deine(n) Versicherer und erfrage die genauen Beträge. Im Bereich Finanzen kannst du deine Kontoführungsgebühren absetzen. Das ist zwar nicht viel, aber immerhin etwas. Und viele kleine Positionen läppern sich zu einer großen. Bereite dich aber darauf vor, eventuell Einzelnachweise vorlegen zu müssen.

Häusliches Arbeitszimmer

Hast du zuhause ein Arbeitszimmer, welches du nahezu ausschließlich beruflich nutzt? Dann kannst du das Arbeitszimmer komplett von der Steuer absetzen. Beachte aber, dass du nur einen Anteil der Gesamtkosten absetzen kannst, wenn mehrere Personen das Arbeitszimmer nutzen. Außerdem solltest du dich vorab ans Finanzamt wenden und den Fragebogen ausfüllen, den du zugeschickt bekommst. Auf Grundlage dessen teilt das Finanzamt mit, wie viel du für das Arbeitszimmer jährlich von der Steuer absetzen kannst. Manchmal sind es nämlich auch nur insgesamt 1.250 Euro.

Pendlerpauschale

Fährst du jeden Tag mit dem Auto oder mit dem öffentlichen Nahverkehr zur Arbeit und zurück? Dann kannst du die Pendlerpauschale nutzen und deine Fahrtkosten von der Steuer absetzen. Pro Kilometer erkennt das Finanzamt eine Pauschale von 30 Cent an. Berechnen kannst du die Pendlerpauschale so: Kilometerzahl (Hinfahrt oder Rückfahrt) x 0,3 x Arbeitstage. Die meisten Arbeitnehmer sind 220 Tage auf der Arbeit. Wenn sie einen Arbeitsweg von 16 Kilometern haben, dann könnten sie 1.056 Euro von der Steuer absetzen und übersteigen sogar die Werbungskostenpauschale.

Kinderbetreuung

Wenn du Kinder hast, die du betreuen lässt, kannst du maximal zwei Drittel der entstandenen Kosten pro Kind von der Steuer absetzen. Allerdings gilt ein Höchstbetrag von 4.000 Euro und die Kinder dürfen höchstens 14 Jahre alt sein. Bei behinderten Kindern gibt es keine Altersgrenze. Kosten, die für Freizeitaktivitäten der Kinder angefallen sind, darfst du nicht von der Steuer absetzen.

Haushaltsnahe Dienstleistungen

Hast du zuhause eine Haushaltshilfe beschäftigt, Pflegeleistungen bezahlt oder externe Unternehmen für die Gartenarbeit oder Reparaturen beauftragt? Dann kannst du diese Kosten ebenfalls von der Steuer absetzen. Bis zu 20% der jeweiligen Leistungen kannst du ansetzen, wobei aber ein Gesamtbetrag von maximal 4.000 Euro im Jahr gilt.

Telefon & Internet

Hast du deinen Telefon- und Internetanschluss auch kontinuierlich beruflich genutzt? Dann kannst du ohne Einzelnachweis 20% des Rechnungsbetrags bis hin zu maximal 20 Euro im Monat absetzen. Mit Einzelnachweis kannst du alles von der Steuer absetzen.

Umzug

Der letzte Punkt, der sich in der Steuererklärung richtig lohnen kann, ist der Umzug. Hier gibt es sogar zwei Varianten, wie du die Kosten von der Steuer absetzen kannst. Einmal als haushaltsnahe Dienstleistung (Arbeitsstunden der Spedition) nach den entsprechenden Regeln oder – wenn du aus beruflichen Gründen umgezogen bist und durch den Umzug einen deutlich kürzeren Arbeitsweg genießt – als Werbungskosten mit Einzelnachweis zu einhundert Prozent. Du kannst aber auch Pauschalen nutzen.

  • Für Umzüge vor dem 31.01.2017 eine Pauschale von 746 Euro (Ledige) oder das doppelte (Verheiratete), sowie 329 Euro für jede weitere Person im Haushalt, die mit umzieht (z.B. Kinder)
  • Für Umzüge nach dem 31.01.2017 eine Pauschale von 764 Euro (Ledige) oder das doppelte (Verheiratete), sowie 337 Euro für jede weitere Person im Haushalt, die mit umzieht (z.B. Kinder)

Alles, was du noch von der Steuer absetzen kannst, findest du in diesem ausführlichen Beitrag vom STERN.

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