ETF Indexfonds

ETF Indexfonds – Was ist das eigentlich?

VIELLEICHT HAST DU SCHON EINMAL VON DER BEZEICHNUNG ETF („EXCHANGE TRADING FUNDS“) GEHÖRT UND DICH GEFRAGT, WAS DAS EIGENTLICH BEDEUTET. IN DIESEM BEITRAG ERKLÄREN WIR ES AUF GANZ EINFACHEM WEGE.

Wenn du dich schon mal über Möglichkeiten zur Geldanlage informiert hast, bist du sehr wahrscheinlich schon auf Aktien und Fonds aufmerksam geworden. Dabei handelt es sich um die beiden klassischen Anlagemöglichkeiten, die aufgrund von möglichen Kursschwankungen zu den risikoreicheren Geldanlagen gehören. Soll bei der Geldanlage ein gewisser Gewinn erwirtschaftet werden, sind Aktien und Fonds unumgänglich, weil sichere Sparbücher und Tagesgeldkonten seit Jahren immer weniger und inzwischen nichts mehr abwerfen. ETF Indexfonds sind nun wiederum eine Alternative zu den eben benannten Fonds.

Grunddefinition: Fonds und ETF Indexfonds

Fonds: Bei einem Fonds handelt es sich um ein Paket aus vielen verschiedenen Aktien zu vielen verschiedenen Anteilen. Anstelle in einzelne Aktien zu investieren, nutzt man einen Fonds, um das Risiko zu streuen. Schießt nämlich der Kurs einer einzelnen Aktie in dem Fonds gen Boden, können die anderen gut laufenden Aktienkurse dies ausgleichen. Man hat also nicht mit hohen Verlusten zu kämpfen, wenn nicht der gesamte Fonds gerade niedergeht. Investierst du dein Geld in einen Fonds, so fließt es zu gleichen Anteilen in die enthaltenden Aktien. Diese werden wiederum durch einen ausgebildeten Fondsmanager zusammengestellt, wofür dieser gewisse Anteile an den Gewinnen einstreicht.

ETF Indexfonds: Das war jetzt relativ einfach. Beim ETF Indexfonds wird es ein bisschen komplizierter, aber grundsätzlich ist auch dieser ganz einfach zu verstehen. Das, was beim Fonds dieser Fondsmanager macht, übernimmt beim ETF ein hochtechnischer Algorithmus. Der lässt sich kaum erklären, doch die Grundfunktion leuchtet ein. Er nimmt sich nämlich einen bestimmten Börsenindex heraus, beispielsweise die zehn größten deutschen Unternehmen, und bildet automatisiert einen Indexfonds nach, so wie es auch der Experte sonst gemacht hätte. Der Vorteil dabei ist, dass man diesen Experten so eben auch nicht bezahlen muss.

Ganz kurz: Fonds sind aktiv verwaltete Investmentprodukte, ETFs sind passive, automatisch funktionierende Anlagemöglichkeiten.

Kann ein Algorithmus wirklich den ausgebildeten Fondsmanager ersetzen?

Weniger Kosten und mehr Gewinn bei der gleichen Geldanlage wie vorher – Das ist also das zentrale Versprechen von einem ETF Indexfonds. Aber klingt das nicht zu schön um wahr zu sein? Kann ein technischer Algorithmus ohne sozusagen Markterfahrung wirklich den ausgebildeten Fondsmanager ersetzen?

Grundsätzlich lässt sich die Frage bejahen. Der Fondsmanager ist zwar ausgebildet und verfügt gewissermaßen über die entsprechende Markterfahrung und vielleicht auch ein gutes Gespür. Wirklich in die Zukunft schauen und Entwicklungen vorhersagen kann aber auch er nicht. Würde das auch nur irgendjemand können, müssten wir alle nicht mehr zur Arbeit gehen. Der Fondsmanager macht also zum größten Teil genau wie der Algorithmus vom ETF nichts anderes, als die Kursentwicklungen und Aktienwerte aus den vergangenen Jahren zu analysieren und auf dieser Grundlage zu handeln. Allerdings soll dieser Beitrag auch keine Lobeshymne auf ETFs sein, weil sie natürlich auch ihre Nachteile haben. So musst du, wenn du in einen ETF investierst, trotzdem mitdenken und schauen, welche ETFs gut sind und welche vielleicht nicht. Außerdem musst du dich selbst um den Einkauf und Verkauf kümmern. Das ist dank einfacher Online-Masken bei den Online-Brokern aber recht simpel.

Kostenbeispiel: Fonds und ETF Indexfonds

Zum Schluss widmen wir uns noch einem realistischen Kostenbeispiel, um den aktiven Fonds und den passiven ETF einmal ganz genau zu vergleichen. Dazu nehmen wir einen ganz einfach Aktienfonds ohne viel Tamtam und investieren 10.000 Euro.

  • Tatsächliche Geldanlage nach Ausgabeaufschlag: Beim ETF können wir die kompletten 10.000 Euro anlegen, weil es hier keinen Ausgabeaufschlag gibt. Beim aktiven Fonds fallen 5% noch vor der Anlage an, weshalb wir nur 9.500 Euro anlegen können.

Wir warten ein Jahr und haben jetzt bei beiden Anlageprodukten eine Rendite von 10% (1.000 / 950 Euro) erzielt. Das ist selbstverständlich nur eine Beispielzahl, um es möglichst einfach und anschaulich zu halten. Normalerweise sind die jährlichen Renditen nicht so hoch.

  • Managementgebühr: Hier kommt die Entlohnung für den Fondsmanager hinter dem Fonds oder den Online-Broker hinter dem ETF. Beim ETF müssen wir lediglich 0,1% abgeben, genau einen Euro. 999 Euro bleiben in diesem Schritt. Der Anteil für den Fondsmanager beträgt 2%, womit hier 20 Euro abgehen.
  • Performance-Gebühr: Hinzu zur Managementgebühr kommt beim Fonds noch die sogenannte Performance-Gebühr. Diese kann bis zu 20% betragen, an dieser Stelle einigen wir uns mal auf die Hälfte. Das sind nochmal minus 100 Euro von unserer Rendite. Beim ETF kommen wir einmal mehr so davon.

Jetzt möchten wir den ETF oder Fonds gerne verkaufen. Auch das dient nur diesem Beispiel, denn normalerweise sollten Aktien, Fonds und ETFs mehrere Jahre gehalten werden. Jedenfalls fließt das gewonnene Geld ins Wertpapierdepot, welches wir schon weit vorher bei unserer Hausbank eingerichtet haben.

  • Depot-Gebühr: Die Bank-Gebühr versteht sich unabhängig davon, ob wir vorher in einen ETF oder in einen Fonds investiert hatten. In unserem Beispiel verlangt sie eine Gebühr von 0,8%. Das macht beim Fondsgewinn eine Gebühr von 6,64 Euro. Beim ETF-Gewinn ist es etwas mehr, weil wir vorher weniger bezahlen mussten und mehr Gewinn übrig haben, also 7,99 Euro. Dazu kommt noch eine grundsätzliche Kontoführungsgebühr für das Depot, die wir hier aber raus lassen.

Das Ergebnis:

Beim ETF Indexfonds haben wir am Ende inklusive der ursprünglich angelegten Summe rund 10.991 Euro zur Verfügung und beim aktiven Fonds lediglich rund 10.823 Euro. Daran sollte man erkennen können, wie viel günstiger ETF Indexfonds im Vergleich zu klassischen Fonds sind. Wie hoch die Unterschiede tatsächlich ausfallen, hängt natürlich von den realistischen Gewinnen ab.

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